Wien: Trauer um Prälat Koller

Der langjährige Pfarrer von Hernals ist u.a. als Retter der Kalvarienbergkirche und als Initiator der legendären "Pötzleinsdorfer Jazz-Messen" bekannt geworden

 

 

Wien, 30.04.2010 (KAP) Die Erzdiözese Wien trauert um den Altpfarrer von Hernals, Prälat Johann Koller. Der am Mittwoch, 28. April, im 79. Lebensjahr verstorbene Priester - der von 1969 bis 1996 Pfarrer von Hernals war - ist u.a. als Retter der Wiener Kalvarienbergkirche und als Initiator der legendären "Pötzleinsdorfer Jazz-Messen" bekannt geworden. Sein Herz gehörte bis zuletzt der "Gemeindeerneuerung aus dem Geist Gottes".

In einer Aussendung des Pressediensts der Erzdiözese Wien am Freitag wird bekannt gegeben, dass die sterbliche Hülle von Prälat Koller am Montag, 10. Mai, um 18 Uhr in der Kalvarienbergkirche aufgebahrt wird. Am Dienstag, 11. Mai, zelebriert Kardinal Christoph Schönborn um 11 Uhr in der Kalvarienbergkirche das Requiem. Die Beisetzung erfolgt um 16 Uhr auf dem Hernalser Friedhof.

Als Initiator der "Pötzleinsdorfer Jazz-Messen" hatte sich Koller bereits in den 1960er-Jahren einen Namen gemacht. Der Brückenschlag zwischen Kirche und Jugendkultur war eines seiner zentralen Anliegen. Die Jazz-Messen zogen damals dermaßen viele Jugendliche an, dass die Straßenbahn Extrazüge führen musste. Dieses bedeutende religiöse Erfolgserlebnis fand sogar Aufnahme in Hugo Portischs Dokumentation "Österreich II".

In die Wiener Stadtgeschichte ging Koller als Retter der Kalvarienbergkirche ein. Anfang der 1990er-Jahre formulierte Koller bei einer Pressekonferenz einen dramatischen Hilferuf für die zu diesem Zeitpunkt vom Einsturz bedrohte Pfarr- und Wallfahrtskirche. Koller konnte prominente Namen aus Politik und Kultur für das Kalvarienberg-Komitee gewinnen. Im Jahr 2000 wurden die Renovierungsarbeiten abgeschlossen.

Noch wichtiger als die bauliche Sanierung der Kalvarienbergkirche war für Koller freilich die seelsorgliche Begleitung vieler Menschen, denen er zu einer neuen Begegnung mit Christus verhalf und so ihr Leben veränderte.

Nach seiner Zeit als Pfarrer von Hernals wirkte Koller zunächst als Rektor des Bildungshauses Neuwaldegg und nach der Schließung des Bildungshauses als Referent für das Erwachsenenkatechumenat. In dieser Funktion begleitete er alljährlich viele "Neuchristen" zur Taufe in der Osternacht.

Johann Koller stammte aus einer bäuerlichen Familie in Altlichtenwarth. Er maturierte am Aufbaugymnasium in Horn und absolvierte sein Studium an der Universität Wien. 1956 wurde er zum Priester geweiht. Nach Kaplansjahren in Bruck an der Leitha kam Koller als Jugendseelsorger nach Wien-Währing. 1969 wurde er zum Pfarrer von Wien-Hernals (Kalvarienbergkirche) ernannt.

Heilsoffenbarung

 

Wer das helfende Wort in sich aufruft, erfährt das Wort.

Wer Halt gewährt, verstärkt sich in Halt.

Wer Trost spendet, vertieft sich in Trost.

Wer Heil wirkt, dem offenbart sich das Heil.

 

Martin Buber