Mexikos Kirche fordert Aufklärung über Ordensgründer Marcial Maciel

2008 verstorbener Gründer der seit 1983 päpstlich anerkannten „Legionäre Christi“ soll Medienberichten zufolge mehrere uneheliche Kinder gezeugt und diese missbraucht haben

 

Ciudad de Mexico-Vatikanstadt, 05.03.10 (KAP) Nach neuen Vorwürfen gegen den Ordensgründer der „Legionäre Christi“ (Congregatio Legionariorum Christi/CL) hat die Mexikanische Bischofskonferenz eine rückhaltlose Aufklärung verlangt. Die 1983 von Papst Johannes Paul II. weltkirchlich anerkannte Kongregation sei nun verpflichtet, die Wahrheit ans Licht zu bringen, heißt es in einer am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten Stellungnahme der Bischöfe. Der 2008 verstorbene LC-Gründer Marcial Maciel Degollado soll Medienberichten zufolge mehrere uneheliche Kinder gezeugt und diese missbraucht haben.

Die mexikanischen Bischöfe drückten ihre Solidarität mit den Missbrauchsopfern aus. Medien hatten zuvor über eine angebliche Lebensgefährtin Maciels berichtet. Diese gab an, Mutter zweier gemeinsamer Kinder zu sein. Die mutmaßlichen Söhne Maciels beschuldigten ihren Vater zudem des sexuellen Missbrauchs.


In einer ersten Reaktion äußerte die Leitung der Legionäre Verständnis für das Leid der Familie. Mit Entsetzen und großem Schmerz nähme sie die „verborgenen Aspekte“ im Leben ihres Gründers zur Kenntnis. Zugleich wies die Ordensgemeinschaft Forderungen nach finanziellen Entschädigungen in Höhe von mehreren Millionen US-Dollar zurück.
Papst Benedikt XVI. soll in Kürze einen kirchlichen Untersuchungsbericht über die LC erhalten. Fünf Bischöfe, die der Vatikan mit einer Prüfung der Vorwürfe gegen die Kongregation und ihren Gründer beauftragt hatte, werden dann über ihre Besuche in den LC-Niederlassungen berichten.


Maciel war im Februar 2008 im Alter von 87 Jahren in den USA gestorben. Ihm wird auch vorgeworfen, Seminaristen missbraucht zu haben. Zudem soll er ihnen die Absolution für gemeinsam begangene sexuelle Handlungen erteilt haben. Das Kirchenrecht sieht dafür die automatische Exkommunikation vor, die nur vom Papst selbst gelöst werden kann.
Während der Untersuchungen meldete sich ein Anwalt, der die Interessen von fünf angeblichen Kindern Maciels vertrat. Maciel selbst bestritt stets alle Vorwürfe. Allerdings hatte der Vatikan 2006 den Ordensgründer im Zusammenhang mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs gemaßregelt.

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