Rom, 07.03.2010 (KAP) Der Bischof der Evangelischen Landeskirche Sachsen, Jochen Bohl, hat die zurückgetretene EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann als Vorbild für den Umgang mit Schuld gewürdigt. Mit ihrem "klaren und unbeirrten Verhalten" habe sie ein "Zeugnis des Glaubens" gegeben, sagte Bohl bei einem Gottesdienst in der deutschen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Rom. Die Hannoversche Landesbischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland hatte am 24. Februar nach einer Fahrt in alkoholisiertem Zustand ihre Ämter abgegeben.
"Wir sind nicht bessere Menschen, wir sind fehlbar wie die anderen auch. Diese Erkenntnis schließt niemanden aus, auch nicht die Bischöfinnen und Bischöfe", sagte Bohl. Christsein könne nicht erkannt werden "an Fehlerlosigkeit, sondern an der Art und Weise, wie wir mit unserer Schuld umgehen". Dazu gehöre das Bekenntnis von Fehlern und die Bitte um Vergebung, um auf Versöhnung hoffen zu können.