Medien: Probleme im Seligsprechungsprozess für Johannes Paul II.

 

Warschau-Vatikanstadt, 04.03.10 (KAP) Nach polnischen Medienberichten gibt es Probleme mit der Seligsprechung von Johannes Paul II. (1978-2005). Eine angeblich auf seine Fürsprache geheilte Ordensfrau aus Frankreich sei erneut an Parkinson erkrankt, schrieb die Tageszeitung „Rzeczpospolita“ (Donnerstag). Damit sei der für die Seligsprechung erforderliche Nachweis eines Wunders in Gefahr.

 
Das Büro des Postulators in Rom reagierte erstaunt auf die Behauptung. Von einer neuerlichen Erkrankung der Ordensschwester sei „nichts bekannt“, erklärte eine Mitarbeiterin auf Anfrage von „Kathpress“ am Donnerstag. Postulator Slawomir Oder, eine Art leitender Anwalt für die Seligsprechung, wäre zweifellos von den kirchlichen Stellen in Frankreich benachrichtigt worden, wenn es tatsächlich eine Änderung am Sachstand des vermuteten Wunders gegeben hätte.

Eine Ärztekommission war abschließend zu dem Urteil gekommen, dass die Heilung der Ordensfrau medizinisch nicht zu erklären sei. Jetzt
liege der Fall einem Theologengremium zur Beurteilung vor, sagte die Mitarbeiterin Oders. Danach muss in dem mehrstufigen Verfahren noch die Kardinalsversammlung der römischen Heiligsprechungskongregation ihr Votum abgeben. Ob die Heilung als Wunder anerkannt wird, liegt im Ermessen des Papstes. Von der Heiligsprechungskongregation war offiziell keine Stellungnahme zu erhalten. Es gebe grundsätzlich keine Informationen aus laufenden Untersuchungen, hieß es.

Das Seligsprechungsverfahren für den im April 2005 verstorbenen Wojtyla-Papst wurde im Juni desselben Jahres in Rom eröffnet. Nach der Zuerkennung des „Heroischen Tugendgrades“ durch Benedikt XVI. im Dezember 2009 ist nur noch der Nachweis eines Heilungswunders auf Fürsprache des „Dieners Gottes“ notwendig.

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