Katholische Arbeitnehmer sehen Gefahr für freien Sonntag

Erste europäische Konferenz zum Sonntagsschutz am 24. März in Brüssel

 

Wien, 02.03.2010 (KAP) Die Katholische Arbeitnehmer/innen Bewegung (KAB) der Erzdiözese Wien warnt vor einem wachsenden Druck auf den freien Sonntag. "Die Deregulierung der Arbeitszeit, der Zugriff auf Sonntag und Feiertage und das Ausdehnen der Wochenendarbeit in allen Ländern Europas zeigen, wie mächtig Wirtschaftsinteressen in das Leben der Menschen und in die Gesellschaft eingreifen", kritisiert der Wiener KAB-Vorsitzende Johann Lechner am Dienstag in einer Aussendung zum "Internationalen Tag des freien Sonntags" am 3. März. Die Ausweitung der Sonn- und Feiertagsarbeit auf gesellschaftlich nicht notwendige Bereiche bedeute einen gravierenden Einschnitt in das Gefüge der Gesellschaft, so Lechner.

Sonn- und Feiertage stellten einen "unverzichtbaren Wert" für die Menschen dar, betont der KAB-Vorsitzende und warnt davor, dass "Erwerbsarbeit rund um die Uhr" die Menschen auf ihre Arbeitskraft und Kaufkraft reduziere: "Gerade der gemeinsame arbeitsfreie Sonntag ist ein Zeichen, dass der Mensch mehr ist, als Arbeitskraft und Konsument."

In diesem Sinn fordert die KAB den generellen Erhalt der gesetzlich geschützten Sonn- und Feiertagsruhe. Bestehende Ausnahmen nach dem Arbeitsruhegesetz seien laufend auf ihre Notwendigkeit zu überprüfen, so Lechner: "Sonn- und Feiertagsarbeit muss Ausnahme bleiben und einen höheren Preis haben als Normalarbeitszeit."

Große Sonntagsschutz-Konferenz in Brüssel

In Brüssel wird am 24. März die erste Europäische Konferenz zum Schutz des freien Sonntags stattfinden. Auf Initiative des deutschen Europaabgeordneten Thomas Mann, der italienischen EU-Parlamentarierin Patrizia Toia und der Konrad-Adenauer-Stiftung werden u.a. der EU-Kommissar für Beschäftigung und Soziales, Laszlo Andor und EU-Parlaments-Präsident Jerzy Buzek im Gebäude des Europaparlaments über den Sonntagsschutz sprechen. Zu den geplanten Referenten bei der Konferenz zählt auch der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz in seiner Funktion als Sprecher der "Allianz für den freien Sonntag Österreich".

Die Tagung wird von zahlreichen Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus ganz Europa, darunter die österreichische "Allianz für den freien Sonntag", das Europäische Kolpingwerk und auch der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), unterstützt. Auch die Kommission der EU-Bischofskonferenzen (ComECE), die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und die "Church of England" als größte anglikanische Kirche unterstützen offiziell die Konferenz.

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