ABC DER GRUPPE: Rollen; Sakramente

Der Begriff der Rolle in der Gruppe ist der Bühnenrolle entnommen..... Die Gruppe, die christliche Freundschaftsgruppe, darf nichts anderes sein als die Gemeinschaft, die sich in der Eucharistie bildet...

 

 ROLLEN


Der Begriff der Rolle in der Gruppe ist der Bühnenrolle entnommen. Bühnenrolle ist eine Person in einer Vorstellung, die interpretiert wird von einem Schauspieler. „In der Sozialpsychologie hat das Wort eine dreifache Bedeutung: 1. das Verhalten eines Individuums in der Gruppe; 2. die Funktion in einer sozialen Organisation oder 3. das eigene Verhalten, das die Gruppe von seinen Mitgliedern erwartet.“ (Mucchielli, „La Dynamique des Groupes“) „Zwischen den Anliegen des Einzelnen und den Erwartungen des Kollektivs besteht immer eine gewisse Spannung. Der Einzelne kann nicht das leben und ausführen, was er in seiner Phantasie entwirft. Er muss ständig Rücksicht nehmen auf das, was die Gesellschaft von ihm erwartet. Ob seine inneren Strebungen oder aber die Ansprüche der Umwelt mehr zu Wort kommen, ist je nach Individuum und sozialer wie auch kultureller Situation verschieden. Die Lebensgeschichte und die in diesem Kulturkreis herrschende Tradition werden beitragen zu der Rolle, die ein Individuum in einer bestimmten Gruppe spielt.


In der christlichen Freundschaftsgruppe dürften diese Spannungen — überhaupt — minimal sein. Es geht um Freundschaft, und Freundschaft wird von Vertrauen getragen. Dass geistig aber —(vielleicht abwechselnd) die Mitglieder einer Gruppe verschiedene Rollen spielen werden, ist eine Selbstverständlichkeit. Nicht immer ist jeder begeistert, nicht immer ist jeder aktiv. Immer wieder ist einer belastet, bedrückt. In aller Natürlichkeit wird die Freundschaft diktieren, wie alle sich in jeder Situation zu verhalten haben.

 

 SAKRAMENTE

 
Die sakramentale Tatsache und das sakramentale Leben im Neuen Testament ist in der Gemeinschaft in der Kirche als Ursakrament zu finden. Das Zweite Vatikanische Konzil hat direkt gesagt: „Die Kirche ist das allumfassende Sakrament des Heiles.“ Jede Gemeinschaft, die sich im Namen Jesu zusammengefunden hat, ist Kirche, nicht die ganze Kirche, aber Teilkirche. Sie ist als Kirche „Sakrament“. „Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich mitten unter ihnen“, sagt Christus (Mt 18, 20). Man kann ruhig sagen: Gemeinschaft bilden und Gemeinschaft erleben in Christus heißt „Sakramentenspendung“.


Die Gruppe, die christliche Freundschaftsgruppe, darf nichts anderes sein als die Gemeinschaft, die sich in der Eucharistie bildet und im gesamten Leben des Christen verwirklicht wird.

Im Grunde genommen sucht das Gruppentreffen nichts anderes, als das Wesentliche, das Eigentliche im Evangelium Leben werden zu lassen, was als Gnadengabe durch die Sakramente und in den Sakramenten gegeben wird. „Die Sakramente sind nämlich aufgrund der Gnade, die sie versinnbilden, Quelle oder Norm des echt christlichen Lebens.“ (Häring)

21.8.2009

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Heilsoffenbarung

 

Wer das helfende Wort in sich aufruft, erfährt das Wort.

Wer Halt gewährt, verstärkt sich in Halt.

Wer Trost spendet, vertieft sich in Trost.

Wer Heil wirkt, dem offenbart sich das Heil.

 

Martin Buber