Eine Kirche, die Zukunft hat

Helmut Krätzl; Zwölf Essays zu scheinbar unlösbaren Kirchenproblemen


© Styria Verlag 2007
200 Seiten, ISBN 978-3-13224-7

"Weihbischof Helmut Krätzl legt anlässlich seines dreißigjährigen Bischofsjubiläums ein Buch vor, in dem er ausgewogen argumentierend mögliche Wege aus den Krisensituationen aufzeigt und ein überzeugendes Plädoyer hält für die Suche nach neuen Lösungen und für eine Kirche, wie sie in Zukunft sein kann”, heißt es auf der Rückseite des vor kurzem erschienenen Buches.
Der Autor geht Fragen nach wie “Ist das Konzil an allem schuld?”, wie steht es mit der Ökumene, welche Haltung nimmt die Kirche heute zur Fristenregelung ein, “Geht die Kirche an Lebenswirklichkeiten vorbei?” ... - und: “Ist die säkulare Gesellschaft Bedrohung oder Chance?”

P. Josef Cascales hat, als wir uns über das Buch unterhielten, darauf aufmerksam gemacht, dass die Ausführungen des Bischofs geradezu einem Cursillo-“Gespräch” über “Wir und die Welt” gleichkommen, das die Sendung des Christen “in der Welt” zum Inhalt hat und aufzeigen soll, wie der Christ befreiend in der Gesellschaft wirken kann, und in dem es heißt, Kirche braucht Propheten – Reife, ein scharfes Urteil, Klugheit im Handeln, „Tollkühnheit“ im Auftreten.
Manche Darstellungen in der Bibel (vgl. 1 Joh 5,19 – “… die ganze Welt steht unter der Macht des Bösen”) haben ja im Laufe der Geschichte zu Missverständnissen geführt, zu einer Haltung der Weltfeindlichkeit, der der Cursillo immer entschieden entgegentreten wollte.

In seinem Schlusswort erwähnt Bischof Krätzl die so häufig zitierten “Zeichen der Zeit”, die ausdrücklich in Lk 12, 56-57 hervorgehoben werden und Deutungsmöglichkeiten für unsere heutige Realität anbieten, um einen Ausweg aus so mancher Krise zu finden: “Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten. Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten? Warum findet ihr nicht schon von selbst das rechte Urteil?”. Auch in unserem Cursillo-“Gespräch” haben sie ihren Platz, die “Zeichen der Zeit”.

Unter dem Titel “Der eine Geist und die vielen geistlichen Bewegungen” spricht der Bischof über geistliche Gemeinschaften und Bewegungen, die nach dem II. Vatikanischen Konzil entstanden sind und von Kriterien, nach denen ihre Bedeutung für die Kirche gemessen werden kann. Er bringt drei – positive – Beispiele, darunter den CURSILLO, als schon vor dem Konzil entstanden, quasi ein Vorreiter also, als eine Bewegung, die “noch ausstehende Erneuerungen der Kirche freimütig zur Sprache bringt, aber doch in einer so frohen Grundstimmung, die nie müde werden lässt, nie aufgibt und anderen Freude am Glauben und an der Kirche vermittelt”.
Da gibt es nichts hinzuzufügen, außer vielleicht: DE COLORES heißt ja “Wir sind Zeugen der Gnade“

Cristina Gawlas; Wien
24.1.2008

Heilsoffenbarung

 

Wer das helfende Wort in sich aufruft, erfährt das Wort.

Wer Halt gewährt, verstärkt sich in Halt.

Wer Trost spendet, vertieft sich in Trost.

Wer Heil wirkt, dem offenbart sich das Heil.

 

Martin Buber