Die Beglaubigung des Apostels

Der heilige Paulus, unser Patron, kann behaupten, dass er sich als Apostel erweist: Hier die fünf Merkmale, die ihn für uns zum Vorbild machen können: Geduld, Lauterkeit, Weisheit, Großherzigkeit und Großzügigkeit.

Der heilige Paulus, unser Patron, kann behaupten, dass er sich als Apostel erweist, dass er sich als Gesandter beglaubigt (2 Kor, 64). Wählen wir aus dem vielen, was der heilige Paulus in 2 Kor 6 vorbringt, die fünf Merkmale, die uns wie eine Zusammenfassung des ganzen vorkommen: Geduld (V. 4), Lauterkeit (V. 6), Weisheit (V. 6), Großherzigkeit und Großzügigkeit (V. 11-13).

Die Geduld: Sie ist ja die Liebe, die sich nicht überwinden lässt. Sollten wir in unserem apostolischen Einsatz die Geduld verlieren, dann gestehen wir uns ein, dass wir zu wenig Liebe haben. Oder anders ausgedrückt: ringen wir um mehr und um größere Liebe.

Die Lauterkeit: Natürlich geht es nicht darum, dass wir vollkommen sind, unsere Lauterkeit besteht in der Ehrlichkeit unseres Ringens, in unserem bedingungslosen Bekenntnis zum Guten und zum Wahren - zu Christus und zu seinem Evangelium. Unsere Lauterkeit besteht darin, mit dem Versagen nie Frieden zu schließen. Wir können ruhig den Satz hinstellen: vor Gott sind wir nicht, was wir sind, sondern was wir sein wollen, wenn wir es nur ehrlich und aus ganzem Herzen wollen.

Die Weisheit: Die Weisheit, die der heilige Paulus hier meint, ist die Einheit mit dem Heiligen Geist. Und hier ist der große Aufruf zur Kontemplation, die für jeden Apostel unentbehrlich ist. Gerade der heilige Paulus spricht immer wieder davon, dass der Heilige Geist in der Einheit mit unserem Geist. ..oder unser Geist in der Einheit mit dem Geist Gottes lebt, betet und handelt (vgl. z. B. Röm 8, vor allem vv. 9, 15 und 26). Nach dem Spruch der alten Griechen „Der Mensch wird dem gleich, was er lange anschaut“, wird der Apostel den Heiligen Geist lange „anschauen“, die Kontemplation pflegen. Weil der Heilige ;eist durch die Taufe in unser Herz eingegossen ist, ist r lange noch nicht so weit, dass er mystisch ganz Besitz von uns genommen hat.

Großherzigkeit und Großzügigkeit: Mit welcher Freude laben unsere Mystiker das Wort wiederholt „Finitum capax infiniti“! Sosehr wir begrenzt sind, mit unserer Liebe können wir den Unendlichen erreichen. Die Großherzigkeit macht uns dem unendlich liebenden Gott ähnlich. Der heilige Paulus sagt, dass sein Herz weit geworden ist, sodass die Korinther in ihm nicht eng sondern bequem Platz finden (V. 11, 12), und er bittet die Korinther, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, großherzig zu sein. Sicher will er auch im Herzen der Korinther bequem Platz finden.

Engherzigkeit muss ein Fremdwort für den Apostel sein. Der Apostel liebt alle und alles. Auch hier können wir das Wort des heiligen Johannes Chrysostomus zitieren: „Cor Pauli, cor mundi - das Herz des heiligen Paulus war das Herz der ganzen Welt.“ Dass wir ein Herz so groß wie das Herz Christi haben, in dem die ganze Welt mit ihrem Elend, aber auch mit all ihren tausend Farben bequem Platz findet! Und dass wir in dieser Großherzigkeit uns mit der ganzen Welt verbunden wissen: mit allen Sekretariaten der Cursillobewegung, mit allen Christen ... auch mit den getrennten Christen und mit allen Menschen!

Unsere grenzenlose Großherzigkeit in der Liebe wird ein Echo auf die Liebe Christi sein, ein Echo, das aber eine unendliche Kette an Antworten der Liebe bei den Menschen erweckt, die Hunger und Durst nach Liebe, nach Liebe ohne Lüge, nach der unendlichen Liebe haben.

P. Josef García-Cascales
16.6.2007

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Nicht aufgeben!

Ein Stück des Weges liegt hinter dir,
ein anderes Stück hast du noch vor dir.
Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken,
aber nicht, um aufzugeben.

Augustinus